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Aktuelle Meldungen

Unverhoffter Glamour am Flugplatz Schönhagen

Die spannende Verfilmung eines John le Carrés Thrillers, Dreharbeiten auf dem Flugplatz Gatow, eine AS 350 E, die über Nacht in Schönhagen parkt und dicker Nebel über Berlin/Brandenburg - eine Kombination, die so gar nicht zu einem eng terminierten Drehplan passen will.

Wenn der Hubschrauber nicht zum Drehort fliegen kann, muss man eben zum Hubschrauber fahren, so die Überlegung der Verantwortlichen.  

Dann geht alles blitzschnell. Einige Telefonate mit Fragen zur Location, kurze Absprachen, alles andere stehen und liegen lassen und wenig später wuselt die 100 Personen starke Crew der Produktion von ‚A MOST WANTED MAN‘ über das nebelige Schönhagener Vorfeld. Kabel werden verlegt, Kameras justiert, Szenen abgesprochen und viel Kaffee getrunken. Was am wichtigsten ist, alle fühlen sich wohl. Biertische werden im Terminal aufgebaut. So können alle im Warmen essen, was der Cateringwagen draußen an Leckereien zubereitet hat. Die Anspannung und der Stress des Vormittags lösen sich auf. Es wird gelacht, alle sind entspannt und niemand ist genervt.

So fallen sie gar nicht auf:

Nina Hoss (‚Die weiße Massai‘, ‚Barbara‘) Rachel McAdams (‚Stand der Dinge‘, ‚Passion‘), Philip Seymour Hoffman (‚Capote‘, Owning Mahowny‘) und Herbert Grönemeyer. Unscheinbar unter all den anderen sitzen sie mit ihren heißen Kaffeebechern auf den Bierbänken, sind gelaunt und plaudern angeregt mit der Crew.

Die Aufnahmen dauern den ganzen Nachmittag, bis die Sonne (welche Sonne?) untergeht. Dann plötzlich, als wäre nichts gewesen, sind die die Scheinwerfer aus, die Kameras und Mikrophone verpackt, die Kabeltrommeln eingerollt und all die Fahrzeuge vom Vorfeld verschwunden. Dort ist es nun fast dunkel und nieselt wieder eklig, wie den ganzen Tag schon. Es wird still - der Flugplatz schließt.

Kein ‚ganz normaler Tag‘, aber einer von der Sorte, von denen es nicht genug geben kann. Ein letztes ‚Dankeschön‘ auf der Mailbox heute Morgen und die abschließenden Worte: „Bis hoffentlich bald!“

Bleibt uns nur zu sagen: „Immer wieder gerne“!

Schönhagen erhält Genehmigung für Instrumentenflugbetrieb

Am Freitag, den 15. Juni brachte der Postbote einen lange ersehnten, dicken braunen Umschlag zum Flugplatz Schönhagen. Gleich auf der ersten Seite stand dort in nüchternem Amtsdeutsch, worauf, fast sechs Jahre nach Antragstellung, kaum noch jemand zu hoffen gewagt hatte:

„Der Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH wird die Genehmigung zur Anlage und zum Betrieb eines Landeplatzes für den Allgemeinen Verkehr (Verkehrslandeplatz) für die Durchführung von Flügen nach Sicht- und Instrumentenflugregeln bei Tag und bei Nacht auf dem nachstehend näher bezeichneten Gelände erteilt.“

Vorausgegangen war ein jahrelanger Kampf mit einer Hand voll Flugplatzgegnern und Umweltschützern, bei dem alle Register gezogen wurden, um das Vorhaben zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Anwälte und ein Kampf, der oft unter der Gürtellinie geführt wurde. Morddrohungen und anonyme Anzeigen gegen den Flugplatzchef sowie getürkte Anzeigen und Drohungen gegen Piloten sorgten immer wieder für Spannung in den trockenen Verwaltungsverfahren.

Forst-, luft- und naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren, die sich zum Teil gegenseitig im Weg standen, mussten parallel geführt werden. In den letzten sechs Jahren gab es in den Büros der Flugplatzverwaltung kaum eine Woche, in der nicht mindestens ein bis zwei Tage am Instrumentenflug gearbeitet wurde. Ein immenser Aufwand für einen kleinen Flugplatz. Über Monate gingen ganze Wochenenden drauf, um Stellungnahmen und Schriftsätze zu erarbeiten und sich mit Gegnern zu streiten. „Ein Irrsinn, den ich kein zweites Mal erleben möchte,“  so Klaus-Jürgen Schwahn, Geschäftsführer des Flugplatzes.

Ob der Flugplatz mit dem Ergebnis zufrieden sei, fragt Roger.

„Nein, zufrieden kann man erst sein, wenn der GPS-Anflug auf unseren Verkehrslandeplätzen in den Köpfen der Menschen so selbstverständlich ist wie die Ampel an der Straßenkreuzung,“ so Schwahn. “Schon vor Jahren hat die Europäische Kommission in einem Positionspapier den Ausbau der GPS-Verfahren in den Mitgliedsstaaten gefordert, um den Lärmschutz der Bevölkerung zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen, also eigentlich all das verbessern, was Flugplatzgegner am häufigsten kritisieren. Es ist bedauerlich, dass wir davon nicht jeden überzeugen konnten. Auch für das Naturschutzgebiet wurden neue Verfahren festgelegt, die es noch stärker entlasten als bisher.“

Offensichtlich sieht das nicht nur der Flugplatz Schönhagen so. In den sechs Jahren, in denen sich Brandenburg alleine mit einem Flugplatz beschäftigt hat, haben die Amerikaner über 1000 (!) GPS-Verfahren installiert und konnten inzwischen so gut wie jeden Verkehrslandeplatz damit ausstatten.

Dabei kommt der Instrumentenflugbetrieb für die Hauptstadtregion fünf Minuten nach zwölf.

Tempelhof ist seit 2008 geschlossen und die Allgemeine Luftfahrt längst aus Schönefeld und Tegel auf die umliegenden Flugplätze verdrängt. Die meisten IFR-Flieger stehen bereits in Schönhagen und müssen dort immer noch mit VFR-IFR-Wechselverfahren operieren, die bekanntlich zu den Unfallrisiken der Allgemeinen Luftfahrt gehören.

Daher bleibt zu hoffen, dass es nun schnell geht. Nachdem der Flugplatz grundsätzlich für den IFR-Betrieb zugelassen ist, sind erst einmal DFS und BAF an der Reihe. Die müssen nun auf Basis der vorliegenden Genehmigung die An- und Abflugverfahren festlegen, ein Verwaltungsverfahren, das nochmals 6-7 Monate dauert. Schließlich bleiben dann noch Rechtsstreitigkeiten abzuwarten.

Lisa ist gelandet!

Der Flugplatz Schönhagen hat Zuwachs bekommen!!! Eine hübsche weiße Grumman mit dem Namen Lisa, Kennung N992OU. Lisa können Sie ab sofort mieten. Lisa ist eines der beiden Leserflugzeuge von Pilot und Flugzeug. ‚Lisa Frankfurt‘ fliegt erfolgreich in Egelsbach und vergangenen Freitag ist ‚Lisa Berlin‘ hier am Flugplatz Schönhagen gelandet. Auf www.flylisa.de können Sie z. B verfolgen, wo Lisa gerade ist, was man tun muss um Lisa fliegen zu können oder das nächste Date mit Lisa vereinbaren. Weniger Bürokratie, mehr Spaß am Fliegen!

Lust auf’ s Fliegen bekommen? Hier noch ein paar Details über unsere Grumman AAA5A:

Full IFR • 130 Knoten • 25-30 Ltr. MOGAS pro Stunde • 4 Sitze • 700 NM Reichweite • Autopilot mit Höhenhaltung • Modernes Glascockpit • Simpel wie eine 172er

Fliegen Sie Lisa, das Leserflugzeug von Pilot und Flugzeug – wir wünschen viel Spaß!