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Tagesplots der Flugbewegungen am Flugplatz Schönhagen

Dem an- und abfliegenden Verkehr ist es verboten, das Vogelschutzgebiet im Westen bis Nordwesten des Flugplatzes in Höhen von weniger als 600 m zu durchfliegen. Dieses Durchflugverbot gilt nicht für Luftfahrzeuge, die auf der Durchreise sind und nicht am Flugplatz Schönhagen starten oder landen. Ein solches Verbot wäre rechtlich nicht zulässig. Der Überflug umliegender Ortschaften ist aus Rücksicht auf die Anwohner möglichst zu vermeiden. Ein striktes Überflugverbot ist auch hier rechtlich leider nicht zulässig.

Der Flugplatz Schönhagen hat seit Sommer 2017 ein Monitoringsystem installiert, um insbesondere das Durchflugverbot im Naturschutzgebiet zu überwachen und Piloten frühzeitig auf mögliche Verstöße hinweisen zu können.

Nachfolgend finden Sie eine Aufzeichnung von Flugbewegungen der jeweils letzten sieben Tage. Die Aufzeichnungen sind unter Beachtung der Anforderungen an die Luftsicherheit und den Datenschutz so anonymisiert, dass sie keinen Rückschluss auf bestimmte Luftfahrzeuge oder Personen zulassen.

Aus der Summe dieser Flugspuren lassen sich allgemeine Verhaltenstrends ablesen: Wo wird überwiegend geflogen? Welche Bereiche werden gemieden? Wie funktionieren Vermeidungsmaßnahmen? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Die  Plots sind nicht geeignet, um einzelne Flugspuren herauszugreifen und daraus auf ein Fehlverhalten  zu schliessen.

Nach den bisher vorliegenden Betriebserfahrungen enthalten die dargestellten Linien einen Fehleranteil von durchschnittlich ca. 2,5 bis 3 %. Z.B. kann ein Kurvenflug durch Abschattung der Antenne zu falschen Positionssignalen führen, die dann im Plot zu einer Linie verbunden werden. D.h. es wird eine Linie durch das Naturschutzgebiet dargestellt, die gar nicht geflogen wurde.  Ferner wird bereits ein Signal ausgelöst, wenn das Naturschutzgebiet, z.B. im Steig- oder Sinkflug kurz gestreift wurde. Solche Vorfälle liegen im Rahmen der fliegbaren bzw. messbaren Genauigkeit der Flugspuren und könnten von der zuständigen Behörde nicht als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Auch Flüge der Bundeswehr, Polizei und Luftrettung, die zwischen zwei Einsätzen häufig zum Tanken nach Schönhagen kommen und dann mit Sonderrechten unterwegs sind, werden zwar als Flugspur dargestellt, zählen aber nicht als Verstoß. Darüber hinaus werden eine Reihe von  Flugspuren durch Luftfahrzeuge erzeugt, die nichts mit dem Flugbetrieb in Schönhagen zu tun haben.

All diese Faktoren können nur bei einer Auswertung weiterer Daten durch erfahrenes und entsprechend eingewiesenes Personal festgesellt werden. Diese Daten dürfen jedoch aus Gründen des Datenschutzes und der Luftsicherheit leider nicht öffentlich zugänglich gemacht werden.

Tagesplots: Aktuelle Einschränkung der Anzeigegenauigkeit

Auf den Tagesplots kann man derzeit eine höhere Anzahl an Durchflügen durch das Vogelschutzgebiet erkennen.

Die Auswertung hat ergeben, dass wir derzeit eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Fehlsignalen haben. D.h. für einen kurzen Moment wird ein Signal aus dem Schutzgebiet angezeigt, obwohl sich das Flugzeug in der normalen Platzrunde befindet. Der Rechner verbindet dann die beiden Positionsmeldungen zu einer Linie, obwohl diese Flugspur gar nicht existiert.

Nach Auskunft der Herstellerfirma liegt die Ursache in dem durch die Corona-Krise sehr geringem Flugaufkommen auf den Berliner Flughäfen Tegel- und Schönefeld. Dadurch findet nur ein Bruchteil der sonst üblichen Transponderabfragen durch die umliegenden Radarantennen statt, was widerum zu Fehlsignalen in unserem Planetrack-System führt. Diese können wir zwar auf dem Bildschirm erkennen, in den Tagesplots lassen sich die falschen Flugspurlinien jedoch nicht vermeiden.